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26.07.2006

Transparent, fair und marktgerecht - die Preispolitik von HORNBACH im Zusammenhang mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1.1.2007

Von Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der HORNBACH HOLDING AG

Der Gesetzgeber hat die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zum 1. 1. 2007 beschlossen. Die Wirtschaft und speziell wir Handelsunternehmen haben diese Steuererhöhung nicht gewollt, da sie ausgerechnet in einer Phase des moderaten konjunkturellen Aufschwungs die Kaufkraft entscheidend schwächt. Die Mehrwertsteuererhöhung wurde von der Politik gegen den Rat der Wirtschaftsverbände beschlossen, um die öffentlichen Haushalte zu sanieren und die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu senken. Industrie und Handel geben die höhere Steuer lediglich an die Verbraucher weiter. In der Praxis bedeutet der Anstieg der Steuer um drei Prozentpunkte, dass die meisten Artikel um 2,59 Prozent teurer werden. Von der Erhöhung sind bestimmte Warengruppen wie Lebensmittel, Bücher und Zeitungen ausgeschlossen - in unserem Bereich Do-it-yourself betrifft das vor allem Pflanzen.

Wie wird HORNBACH auf die Mehrwertsteuererhöhung reagieren?

Bei HORNBACH wird es keine vorgezogenen Preiserhöhungen im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung geben. Wir werden die Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent ganz neutral am 1. Januar 2007 in unsere Preiskalkulation einfließen lassen. Also keine faule Preiserhöhung über die Anhebung des Steuersatzes hinaus. Das ist unser Verständnis von transparenter, fairer und verlässlicher Preisgestaltung! Die Preispolitik von HORNBACH ist seit jeher darauf gerichtet, den Heimwerkern und Bauprofis eine größtmögliche Planungssicherheit bei der Realisierung von Projekten in Haus und Garten zu ermöglichen. Seit nunmehr sieben Jahren verfolgen wir eine Politik der konsequenten Dauertiefpreise, was unsere Stellung als Preisführer unter den Bau- und Gartenmärkten sichert.

Kurzfristige Rabattaktionen und Lockangebote gibt es bei HORNBACH nicht, weil sie den Konsumenten verwirren und ihm die Planung von Projekten erschweren würden. Diesen essenziellen Unternehmensgrundsatz wenden wir selbstverständlich auch auf die Mehrwertsteuererhöhung an. Ein Verzicht, diese ab Januar 2007 an die Kunden weiterzugeben, wäre nichts anderes als eine solche Rabattaktion. Sollte Hornbach Spielraum zur Preissenkung haben, wird davon sofort und unmittelbar Gebrauch gemacht und nicht erst zu einem bestimmten Stichtag oder für eine vermeintliche "Werbeaktion" am 1. 1. 2007. Die Zielsetzung, uns als Preisführer mit den dauerhaft günstigsten Preisen im Markt zu positionieren, verlangt, dass wir ständig das Preisgefüge des Wettbewerbs beobachten und in unsere eigene Preisgestaltung einfließen lassen. Mit den jeweils niedrigsten Preisen am Markt werden wir wie gewohnt sicherstellen, dass wir auch nach dem 1. Januar 2007 unsere Stellung als Preisführer einnehmen, gerade auch im Vergleich mit Wettbewerbern, die dann vorgeben die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu schlucken.

Wie geht HORNBACH mit Preisschwellen um, macht HORNBACH so genannte optische Preise?
Das sind Preise wie z.B. 9,99 Euro. Mit neuer Mehrwertsteuer würde das Produkt nun 10,25 Euro kosten. Verbraucherschützer haben im Vorfeld die Befürchtung geäußert, dass einige Händler dieses Produkt dann auf die nächste Preisschwelle anheben könnten, zum Beispiel auf 10,49 Euro oder 10,99 Euro. So etwas wird HORNBACH nicht tun. Unser Unternehmen setzt nicht auf die Theorie der optischen Preise und hat schon zur Euro-Einführung exakt umgerechnet: Für einen Weihnachtsbaum, der zu D-Mark-Zeiten 25 DM kostete, kalkulierte HORNBACH in den Folgejahren weiterhin genau 25 DM, also 12,78 Euro und keine 12,99 Euro. Natürlich kann es auch bei HORNBACH Preise wie 99 Euro geben, aber diese entstehen nicht aufgrund einer gezielten Politik.

Bedeutet das, dass es ab sofort überhaupt keine Preiserhöhungen bei HORNBACH mehr geben wird?
Nein. Die Preise hängen ja nicht nur von der Mehrwertsteuer, sondern auch von anderen Faktoren ab. So gibt es aktuell bei vielen Rohstoffen deutliche Preisanstiege - insbesondere aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage aus China. Dies wirkt sich natürlich auf die Einkaufspreise von HORNBACH aus, denn die Rohstoffpreise sind bei vielen Produkten relevant - mal direkt wie bei Kupferrohren zur Sanitärinstallation, mal indirekt wie bei Farbe, für deren Herstellung man Öl braucht. Vor diesen weltweiten Kostenanstiegen können wir die Verbraucher nicht schützen. Daneben gibt es noch einige andere Artikel, deren Preise zum Beispiel aus saisonalen Gründen schwanken. Dies gilt zum Beispiel für unser Pflanzensortiment.

Wie könnte ein kritischer Verbraucher überprüfen, ob 2006 ein Preis aufgrund gestiegener Rohstoffkosten oder aber als Vorwegnahme der Mehrwertsteuererhöhung angehoben wurde?
Bei 120.000 Artikeln im Sortiment ist das natürlich schwierig. Wir können aus technischen Gründen leider an den Artikeln keine Preishistorie ausweisen. Wir wollen allerdings Medienvertreter und Verbraucherschützer in unsere Firmenzentrale nach Bornheim in der Pfalz einladen, um die Preisstrategie von HORNBACH zu überprüfen. Interessenten können wir EDV-generierte Listen mit den Artikeln zur Verfügung stellen, deren Preise in einem gewählten Zeitraum verändert wurden. So können kritische Verbraucher stichprobenartig feststellen, ob sich neben dem Verkaufspreis auch der Einkaufspreis verändert hat und aus welchem Grund.

Führt die neue Mehrwertsteuer zu Vorzieheffekten im Bereich von Heimwerker- und Gartenartikeln?
Dies lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Zwar geht die Gesellschaft für Konsumforschung davon aus, dass vor allem die Märkte für Kraftfahrzeuge, Unterhaltungselektronik, Renovierungen und Möbel den Vorzieheffekt spüren werden. Demnach werden die Konsumenten in diesem Jahr 2 Milliarden Euro mehr für die Renovierung von Haus und Wohnung ausgeben. Dieser erwartete Effekt kann aber dadurch aufgehoben werden, dass andere Verbraucher mehr Geld für ein neues Auto oder Elektronik ausgeben und diese Geld bei Heimwerkerprojekten einsparen.

Führt die höhere Mehrwertsteuer zu einer Konsumflaute in den ersten Monaten des Jahres 2007?
Auch das ist nicht exakt vorherzusagen. Sollte es für den Do-it-yourself-Bereich relevante Vorzieheffekte in 2006 geben, könnte es eine Verschiebung des Umsatzes geben. Sollte es Vorzieheffekte geben, die nicht zu DIY-Umsätzen, sondern zu Umsätzen in anderen Branchen führen, könnte das dort ausgegebene Geld bei uns fehlen. Allerdings sind Heimwerker- und Handwerker-Projekte nicht beliebig zeitlich steuerbar, somit nicht beliebig verschiebbar.

Auch folgender Aspekt ist für uns wichtig: Wenn die Verbraucher weniger Geld in der Tasche haben (was nach der Steuererhöhung zwangsläufig der Fall sein wird), dann werden sie es eher bei preisgünstigen Anbietern wie HORNBACH ausgeben. Und grundsätzlich wird dann das Selbermachen gegenüber dem Beauftragen eines Handwerkers oder einer Firma gefördert. Insofern sind wir optimistisch, dass die Mehrwertsteuererhöhung Hornbach nicht schaden wird.