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KONZERNLAGEBERICHT

 

Prognosebericht

Die europäische Do-it-yourself-Branche bietet HORNBACH auch in Zukunft Wachstumschancen, die im Zusammenhang mit den im Risikobericht geschilderten Risiken zu beurteilen sind. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wegen der massiven Verwerfungen der Weltwirtschaft im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich verschlechtert. Mit staatlichen Konjunkturprogrammen versuchen die großen Volkswirtschaften gegenzusteuern. Als Reaktion darauf verändern sich Verbrauchergewohnheiten, von denen die DIY-Branche unter bestimmten Voraussetzungen gleichwohl profitieren kann. Positiv auf die Geschäftsentwicklung der Bau- und Gartenmärkte können sich in den nächsten Jahren überdies eine Reihe von branchenspezifischen Entwicklungstrends (Megatrends) auswirken. Vor diesem Hintergrund entwickeln wir unser Handelsformat und die Unternehmensstrategie mit dem Anspruch von Kontinuität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit konsequent weiter, um die potenziellen Chancen für künftiges Wachstum bestmöglich zu nutzen.

Gesamtwirtschaftliche Chancen
Im März 2009 verging kaum ein Tag, an dem nicht eine Prognose nach unten revidiert wurde. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagte für das laufende Jahr voraus, dass die Weltwirtschaft zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg schrumpfen wird. Demnach wird 2009 ein Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung um 0,5 % bis 1,0 % erwartet. Nach Ansicht des IWF hat die anhaltende Finanzkrise wesentlich stärker auf die Gesamtwirtschaft durchgeschlagen als noch zu Jahresbeginn angenommen, als der Fonds noch ein leichtes Wachstum um 0,5 % prognostiziert hatte. Entsprechend wurden auch die Prognosen für die Entwicklung in den Industrieländern gesenkt.

In der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA, erwartete der IWF für 2009 nun einen Rückgang des BIP von 2,6 % (zuvor: minus 1,6 %). Für den Euroraum wurde die Schätzung von minus 2,0 % auf minus 3,2 % zurückgenommen. Auch die Weltbank warnte vor einer globalen Rezession in diesem Jahr. Als wesentlichen Grund sieht sie den Absturz der Industrieproduktion. Zudem droht der Welthandel 2009 so dramatisch einzubrechen wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach Prognosen der Welthandelsorganisation WTO könnte das globale Handelsvolumen aufgrund der erlahmenden Nachfrage in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten um 9 % einbrechen. Besonders davon betroffen sind die exportlastigen Volkswirtschaften.

In der Eurozone hat die Industrie ihre Produktion zum Jahresbeginn angesichts ausgebluteter Orderbücher immer stärker gedrosselt. Im Januar 2009 fiel der Output den Angaben von Eurostat zufolge saisonbereinigt um 3,5 % gegenüber Dezember 2008 und binnen Jahresfrist um 17,3 %. Am schärfsten kürzten die Hersteller von Investitionsgütern ihre Produktion. Vor diesem Hintergrund gingen die Konjunkturexperten davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion im ersten Quartal 2009 mindestens so stark geschrumpft ist wie das Vorquartal (minus 1,5 %).

Mit umfangreichen Rettungsmaßnahmen für die Kreditwirtschaft, expansiver Geldpolitik und aus der Not geborenen Konjunkturprogrammen haben sich die großen Industrienationen und einige Schwellenländer gegen die Krise gestemmt, um wieder Stabilität in die Weltwirtschaft zu bringen. Die Konjunkturprogramme sehen teilweise Maßnahmen vor, die direkt die Einkommenssituation der Haushalte und damit auch die Konsumentennachfrage verbessern sollen. Indirekt sollen milliardenschwere Infrastrukturprojekte helfen, die Beschäftigung und die verfügbaren Einkommen der Verbraucher zu verbessern. Daher ist davon auszugehen, dass der Handel in Europa unter der Rezession weniger zu leiden hat als andere Branchen. Die Unsicherheiten auf den Märkten und die konjunkturellen Abwärtsrisiken bleiben nichtsdestotrotz sehr groß. Das Gros der Forschungsinstitute und Bankenvolkswirte sieht erst ab dem Jahr 2010 die Chance auf eine leichte Konjunkturerholung.

Der Einbruch der Weltkonjunktur hat den Exportweltmeister Deutschland besonders in Mitleidenschaft gezogen. Die deutsche Wirtschaft wird im Jahr 2009 nach Einschätzung von Konjunkturexperten in die tiefste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik rutschen. Ausmaß und Dauer des Einbruchs der gesamtwirtschaftlichen Leistung sind unklar. Je mehr Daten über die ersten Monate des Jahres auf den Tisch kamen, umso düsterer wurden die Aussichten der Wirtschaftsforscher. Die laufend nach unten revidierten Schätzungen der Institute und Banken pendelten sich zuletzt zwischen minus vier und fünf Prozent für 2009 ein. Besonders schwarz sieht die Commerzbank, die im März sogar mit einem Minus des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von sechs bis sieben Prozent rechnete. Ausschlaggebend für den Pessimismus ist insbesondere der scharfe Rückgang der Industrieproduktion. Das produzierende Gewerbe wurde im Januar vom Absturz bei den Auftragseingängen und Ausfuhren schwer getroffen und drosselte seine Erzeugung im Vergleich zum Vormonat um unerwartet hohe 7,5 %.

Im Frühjahr war eine Trendwende bei den Auftragseingängen der deutschen Industrie noch nicht absehbar. Somit dürfte auf dem Arbeitsmarkt nicht mit einer schnellen Erholung zu rechnen sein. Vielmehr ist zu erwarten, dass die Arbeitslosenzahlen der Entwicklung des BIP mit einigen Monaten nachlaufen. Die Kurzarbeit verzögert das Übergreifen der Rezession auf den Arbeitsmarkt. Prognosen zufolge könnte es 2010 nach dem Auslaufen von Kurzarbeit zu einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen weit über die Marke von vier Millionen kommen. Dies erhöht das Abwärtsrisiko für die Binnennachfrage, die seitens der Unternehmensinvestitionen 2009 keine Unterstützung erwarten darf.

Lichtblicke gab es am Ende des ersten Kalenderquartals nur wenige. Immerhin stiegen im März die ZEW-Konjunkturerwartungen und die europäischen Einkaufsmanagerindizes überraschend. Die darin zum Ausdruck kommende abgebremste Fallgeschwindigkeit der Wirtschaft brachte das Erreichen der konjunkturellen Talsohle in der zweiten Jahreshälfte 2009 zumindest in den Bereich des Möglichen. Laut Ifo-Geschäftsklimaindex sank die Wirtschaftsstimmung im gleichen Monat zwar auf den tiefsten Stand seit Anfang der Achtziger Jahre; gleichwohl verbesserten sich die Geschäftserwartungen zum dritten Mal in Folge. Nach einer Faustformel gilt das als Signal für eine bald bevorstehende Konjunkturwende.

Hoffnungen auf eine Stabilisierung der deutschen Volkswirtschaft im Jahresverlauf werden an die Konjunkturprogramme der Bundesregierung, sinkende Zinsen sowie niedrige Rohstoff- und Verbraucherpreise geknüpft. Eine wichtige Ankerfunktion dürften dabei die öffentlichen Investitionen und der private Verbrauch übernehmen.

Branchenspezifische Chancen

Die große Unbekannte in den Jahren 2009 und 2010 ist der private Konsum. Viele Konjunkturbeobachter gehen davon aus, dass der Konsum der Privathaushalte, der fast 60 % zum deutschen BIP beiträgt und traditionell keine sehr großen Veränderungsraten erreicht, gerade wegen seines Beharrungsvermögens den Absturz der Gesamtwirtschaft abfedern, wenn auch nicht verhindern kann. Im Gegensatz zu den Unternehmen dürften die Verbraucher im Jahresverlauf 2009 von der Krise noch wenig zu spüren bekommen. Das Thema Arbeitslosigkeit wird den Konsum laut GfK voraussichtlich erst Ende des Jahres beeinflussen. Die Nürnberger Konsumforscher prognostizierten im Februar ein Konsumwachstum von bis zu 0,5 % im Jahr 2009.

Die Stimmung bei den Verbrauchern wurde seit Ende 2008 durch die stark rückläufige Inflationsrate und die deutlich nachlassenden Benzin- und Energiepreise gestützt. Dies stärkte die Kaufkraft, die auch von den Lohnabschlüssen des vergangenen Jahres profitierte. Die Abwrackprämie oder auch die avisierten Rückzahlungen aus der Pendlerpauschale sorgten überdies dafür, dass die Kauflaune trotz Krise keinen Dämpfer bekam. So hellte sich denn der GfK-Konsumklima- Index für März leicht auf und blieb trotz täglicher Krisenmeldungen auch für April stabil.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) erwartete in seiner Jahresprognose 2009, dass sich der nominale Einzelhandelsumsatz in einem Korridor von Null bis minus 1 % bewegt. Preisbereinigt wäre das gleichbedeutend mit einem Minus von 1 % bis 2 %. Damit würde sich der deutsche Einzelhandel angesichts der düsteren Konjunkturaussichten achtbar schlagen. Das Ergebnis hängt laut HDE vorrangig von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der zweiten Jahreshälfte ab.

Der Bauwirtschaft könnte im Jahr 2009 eine Schlüsselrolle bei der Überwindung der Rezession zukommen. Die Finanzkrise wird die Baubranche erst mittelfristig treffen, da Bauüberhänge im Nichtwohnbau aus dem Jahr 2008 für einen Auftragspuffer sorgen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie ging zum Jahresanfang davon aus, dass die gesamtwirtschaftliche Rezession nach einem stabilen ersten Halbjahr erst ab dem Sommer 2009 die Bauwirtschaft erreichen werde. Beim Wirtschaftsbau wird mit einem Umsatzrückgang von nominal 5 % gerechnet, während der öffentliche Bau und Baumaßnahmen im Wohnungsbestand von den staatlichen Konjunkturprogrammen profitieren sollten. Unterm Strich könnte der Umsatz im Bauhauptgewerbe bei optimistischer Einschätzung nominal auf dem Vorjahresniveau verharren.

Inwiefern sich die konjunkturellen Effekte 2009 auf die Branche der Bau- und Gartenmärkte in Deutschland auswirken, war zum Jahresbeginn noch nicht absehbar. Das erste Kalenderquartal 2009, für das bis zum Abschluss dieses Berichts noch keine öffentlichen Daten vorlagen, dürfte von einer schwachen Umsatzentwicklung im Februar und März geprägt worden sein. Aufgrund des bis weit ins Frühjahr andauernden strengen Winters verschob sich der Start in die wichtige Frühjahrssaison nach hinten. Der Branchenverband BHB machte deutlich, dass für eine belastbare Jahresprognose mindestens die Ergebnisse der ersten drei Monate abgewartet werden müssen, und verwies auf die erheblichen Prognoseunsicherheiten wegen der Wirtschaftskrise. Doch während andere Handelssegmente mit Umsatzeinbußen rechnen müssen, sehen Branchenbeobachter auch in der Krise Wachstumschancen für die deutschen DIY-Anbieter.

Kapitalausstattung und solides Konzept entscheidend
Innerhalb der Branche der Bau- und Gartenmärkte hat sich der Konsolidierungsdruck seit der Verschärfung der Finanzkrise im Jahr 2008 deutlich erhöht. Neben dem unvermindert intensiven Preis- und Qualitätswettbewerb im überbesetzten deutschen DIY-Markt haben sich bei einigen Wettbewerbern die Finanzierungsspielräume dramatisch eingeengt. Expansionsund Modernisierungsvorhaben oder auch Erhaltungsinvestitionen müssen notgedrungen zurückgefahren oder gar gestoppt werden. Das trifft vor allem auf Anbieter mit dünner Eigenkapitaldecke, geringer Liquidität, weniger wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und konzeptionellen Defiziten zu.

Dank unserer klaren Marktpositionierung und Konsequenz, mit der wir unser großflächiges Handelsformat im In- und Ausland ständig weiterentwickeln, sehen wir auch unter den verschärften konjunkturellen Rahmenbedingungen im deutschen und europäischen DIY-Markt weiteres Wachstumspotenzial. Auf der Basis einer soliden Eigenkapitalausstattung, hoher Unternehmensliquidität und eines breiten und flexiblen Finanzierungsportfolios sind wir in der Lage, trotz der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten Expansionschancen gezielt wahrzunehmen und in die Zukunft zu investieren.

Kundenpotenziale und Strukturvorteile nutzen
Deutschland ist der größte europäischje Do-it-yourself-Markt. In keinem anderen EU-Land geben die Haushalte mehr für Bau-, Heimwerker- und Gartenbedarf aus. Die Größe macht den deutschen DIY-Markt damit per se interessant. Die Herausforderung ist dabei jedoch: Die Bau- und Heimwerkermärkte haben in Deutschland noch nicht ihr volles Kundenpotenzial ausgeschöpft. Dieser Vertriebsweg deckt in Deutschland weniger als die Hälfte des geschätzten DIY-Marktvolumens ab. Die Mehrzahl der DIY-Produkte wird – im Gegensatz zu Großbritannien und Frankreich – im Facheinzelhandel, im Baustoffhandel oder über andere Vertriebskanäle eingekauft. Das zeigt Potenziale für die Baumärkte auf, wenn es ihnen gelingt, durch entsprechende Kundenorientierung und Konzepte weitere Marktanteile von den konkurrierenden Vertriebsformen abzuziehen. Mit unserem Großflächenkonzept, mit dem wir auch dem etablierten Fachhandel paroli bieten, sehen wir uns hier gut positioniert.

Ein generelles Problem sind die Flächenüberkapazitäten im dicht besetzten deutschen DIY-Markt. Allerdings muss dieser Überbesatz differenziert betrachtet werden. Es kommt auf die Wettbewerbsbedingungen in den jeweiligen Einzugsgebieten an. Lokal und regional gibt es in Deutschland immer noch Ballungsräume, in denen der Besatz mit Bau- und Gartenmärkten unterdurchschnittlich ist. Diese „weißen Flecken“ nutzen wir gezielt für selektives Wachstum. Dabei können wir in der jeweiligen örtlichen Wettbewerbssituation unsere Struktur- und Größenvorteile, die sich insbesondere in der Attraktivität unserer Standorte und der höchsten Flächenproduktivität der führenden deutschen Baumarktbetreiber niederschlagen, in die Waagschale werfen. In Verbindung mit der europaweit höchsten durchschnittlichen Filialgröße hat HORNBACH dadurch ein enormes Verdrängungspotenzial.

Rückbesinnung auf Wohnung und Garten
Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass sich Menschen in unsicheren Zeiten stärker als sonst ins Private zurückziehen (Cocooning). Die Verbraucher besinnen sich wieder mehr auf die eigenen vier Wände und sind bereit, in die Verschönerung und Ausstattung ihrer Wohnungen zu investieren. Das Heimwerken oder die Freude am Gestalten des eigenen Wohnumfeldes gewinnt als Freizeitbeschäftigung noch mehr an Popularität. Marktforscher sind sich einig, dass zudem der Gartenmarkt auch in Zukunft zu den dynamischen Wirtschaftszweigen zählen wird. Der Garten und die Gestaltung wohnungsnaher Freiflächen genießen einen hohen Stellenwert. Laut Studien der BBE Retail Experts bewegt sich der Gartenmarkt nach einigen schwächeren Jahren wieder auf Wachstumskurs. Für den Zeitraum 2009 bis 2013 wird mit einem Anstieg des Marktvolumens um vier Prozent gerechnet. Von diesen Entwicklungen sollte der DIY-Markt profitieren können. HORNBACH hat sich mit seinem Konzept in besonderer Weise auf die Bedürfnisse der Projektkunden eingestellt – egal ob es sich um Projekte in Haus, Wohnung oder Garten handelt.

Hoffnungsschimmer im rückläufigen Wohnungsbau
Die Zahl der Baugenehmigungen erreichte 2008 in Deutschland einen neuen Tiefststand. Gegenüber dem Vorjahr wurden 5,6 % weniger Wohnungen genehmigt. Besonders hart traf es die Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern mit einem Minus von 6,9 % bzw. 6,0 %. Das durch die Wirtschaftskrise ausgelöste Umdenken vieler Verbraucher bezüglich Wohneigentums sowie demografische Entwicklungen könnten jedoch den Rückwärtstrend im Wohnungsneubau zumindest teilweise kompensieren.

Angesichts der massiven Wertvernichtung an den Kapitalmärkten durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich das Bewusstsein vieler Anleger verändert. Bei der Suche nach dem sicheren Hafen für die Geldanlage und Altersvorsorge könnte die eigene Immobilie – auch in Verbindung mit der Riester- Förderung von Eigenheimen („Wohn-Riester“) – als bleibender Sachwert wieder an Attraktivität gewinnen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Privathaushalte nach Schätzungen von LBS Research mindestens noch in den nächsten zehn bis 15 Jahren weiter an. Als Hauptursache dafür werden der anhaltende Trend zu kleineren Haushalten genannt: Der Wandel der Lebensstile führt gerade bei der Bevölkerung jüngeren und mittleren Alters zu einer Zunahme der Single-Haushalte. Die steigende Lebenserwartung lässt zusätzlich die Zahl der kleineren Haushalte auch im Seniorenalter wachsen. Ein- und Zweipersonenhaushalte würden nach einer LBS-Hochrechnung zufolge im Jahr 2020 bereits 77 % aller Hauhalte ausmachen, fünf Prozentpunkte mehr als noch 2005. Damit könnte die Neubautätigkeit einen positiven Impuls bekommen, der auch in der DIY-Branche für höhere Nachfrage nach Baumaterialien sorgen könnte.

Wachstum im Kerngeschäft Modernisieren
Das Bauen im Bestand (Modernisierungs- bzw. Renovierungsmarkt) hat in den letzten Jahren für die Geschäftsentwicklung der Bau- und Gartenmärkte stetig an Bedeutung gewonnen. Seit 1998 übersteigt der Umsatz am Modernisierungsmarkt das Neubauvolumen. Inzwischen entfallen mehr als 70 % des gesamten Bauvolumens in Höhe von knapp 130 Mrd. € auf Modernisierungsvorhaben, auf den Neubau nur noch knapp 30 %. Nach Angaben der Heinze Marktforschung wird das Bauvolumen bis zum Jahr 2020 stabil bleiben, weil der Modernisierungsmarkt den Umsatzausfall im rückläufigen Neubau kompensieren kann. Das bedeutet, dass sich die Baumarktbranche seitens der Bauinvestitionen eine gewisse Stabilität erhoffen darf. Dies umso mehr, als Experten die Modernisierung von Wohnbauten als relativ wenig krisenanfällig einschätzen. Als Wachstumstreiber sind unter anderem die Altersstruktur von Wohnungen und Häusern, die Energieeffizienz von Gebäuden, das altersgerechte Umbauen und positive Effekte der Erbengeneration zu nennen.

Die Altersstruktur der Wohnungen in Deutschland signalisiert einen steigenden Instandhaltungs- und Modernisierungsbedarf 75 % der Wohnunen sind älter als 30 Jahre; nur etwa 3 % wurden nach dem Jahr 2000 gebaut. Nach einem Dekra-Gutachten ist fast jedes dritte Einfamilienhaus in Deutschland renovierungsbedürftig. Jedes zweite der zwischen 1949 und 1960 errichteten Eigenheime ist bislang nicht umfassend saniert worden und entspricht mit Blick auf die Energieeffizienz nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Da ohne Renovierungsmaßnahmen der Immobilienwert verloren geht, wird der Bedarf an Bauleistungen und -produkten tendenziell zunehmen. Ein hoher Investitionsbedarf besteht bei der Heizungstechnik und der Wärmedämmung. Allein um den Gebrauchswert der Eigenheime über die Instandhaltung zu sichern, müssten die Hauseigentümer laut Dekra zwischen 5.000 € und 20.000 € investieren.
Vor dem Hintergrund langfristig steigender Energiekosten und des Klimaschutzes gewinnt das Thema Energieeffizienz nachhaltig an Bedeutung. Durch Energiesparmaßnahmen rund um das Haus lassen sich bis zu 70 % des Energieverbrauchs einsparen. Mit dem Anfang Dezember 2008 verabschiedeten ersten Konjunkturpaket hat die Bundesregierung das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Jahre 2009 bis 2011 um drei Milliarden Euro aufgestockt. Über das KfW-Programm können zinsverbilligte Kredite oder Zuschüsse für umweltschonende Investitionen in die Energieeinsparung in Haus und Wohnung abgerufen werden. Das Bundesbauministerium zog nach den ersten beiden Monaten im Jahr 2009 eine positive Bilanz: Trotz Krise und harten Winters wurden mehr als 12.000 Förderzusagen erteilt, die ein Investitionsvolumen von rund 1,2 Mrd. € anstoßen – rund 20 % mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dank der besseren steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen gibt es zusätzliche Anreize für Instandhaltungen und Modernisierungen. Diese Maßnahmen werden voraussichtlich das Baumarktgeschäft beleben, da viele private Bauherrn, professionelle Wohnungsunternehmen und Handwerker ihren Bedarf an Baumaterialien auch über die DIY-Branche decken werden.
Positive Impulse für leistungsstarke und serviceorientierte Baumarktbetreiber sollten auch vom 2008 sukzessive eingeführten Energieausweis ausgehen. Mit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen Hausbesitzer neuen Mietern und Eigentümern einen Pass über den Energieverbrauch ihres Gebäudes vorlegen. Für Gebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1978 gebaut wurden, wird der bedarfsorientierte Energiepass zur Pflicht. Dieser liefert Mietern und Käufern von Wohnungen oder Häusern Informationen über den Gebäudezustand, Öl- oder Gasverbrauch, Wärmedämmung sowie Anreize für Sanierungen. Wer künftig Mittel aus staatlichen Förderprogrammen bekommen möchte, muss den am Bedarf ausgerichteten Energiepass vorlegen.
In 30 Jahren werden etwa 7,5 Mio. Menschen in Deutschland über 80 Jahre alt sein. Das sind fast doppelt so viele wie heute. 23,7 Millionen Menschen in der Bundesrepublik sind dann über 65 Jahre alt. Altersgerechtes Bauen ist angesichts dieser demografischen Entwicklungen eine Herausforderung für die Anpassung bestehenden Wohnraums, damit ältere Menschen möglichst lange unabhängig und selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Der Bedarf an Lösungen für das altersgerechte Bauen wie etwa barrierefreie Gebäude- und Wohnungszugänge, Einbau von Aufzügen, Türverbreiterungen oder der Umbau von Sanitärräumen wird immer mehr zunehmen. Investitionen in das altersgerechte Umbauen werden vom Staat über zinsverbilligte KfW-Darlehen gefördert. Im Rahmen des Konjunkturpakets wurden zusätzliche Mittel in Höhe von rund 240 Mio. € für die Jahre 2009 bis 2011 zur Verfügung gestellt.

Nach Expertenschätzungen wird in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2020 ein Gesamtvermögen von rund 3,3 Billionen € Generationen übergreifend vererbt. In fast der Hälfte aller Erbschaftsfälle sind auch Immobilien im Spiel. In vielen Fällen wird mit dem Übergang der Immobilie auf die neue Generation auch eine Entscheidung für ein Sanierungs- oder Renovierungsvorhaben getroffen.

 

Der Modernisierungsmarkt, insbesondere das seniorengerechte Bauen sowie Investitionen in die Energieeffizienz, wird für die Branche der Bau- und Gartenmärkte künftig eine immer wichtigere Rolle spielen. HORNBACH hat sich mit seinem kompetenten Sortiment und Serviceangebot bereits frühzeitig auf diesen Wachstumsmarkt eingestellt.

Chancen der Internationalisierung
Über die Chancen im deutschen DIY-Markt hinaus bietet die Expansion ins Ausland zusätzliche Wachstumsperspektiven. Zu diesem grenzüberschreitenden Schritt haben sich zahlreiche führende deutsche Baumarktanbieter schon vor Jahren entschieden. Außerhalb Deutschlands sehen wir für HORNBACH weiterhin vielversprechende Entwicklungsmöglichkeiten. International sind wir seit dem Markteintritt 1996 in Österreich und sukzessive in acht weiteren europäischen Ländern jedes Jahr flächenbereinigt im Schnitt um mehr als 5 % gewachsen. Wegen des zunehmenden Reifegrades regionaler DIY-Märkte, aber auch wegen der negativen Einflüsse der globalen Wirtschaftskrise auf der Verbraucherstufe wird damit zu rechnen sein, dass die jährlichen Wachstumsraten in den kommenden Jahren unter dem langjährigen Mittelwert liegen werden. Gleichwohl sehen wir international weiterhin das Potenzial, höhere Umsatzzuwächse zu erzielen als in Deutschland. Dies gilt nach unserer Auffassung auch für die osteuropäischen Märkte, die aufgrund ihrer teilweise starken Verflechtung mit der internationalen Automobilindustrie, sinkender Auslandsinvestitionen und durch wechselkursbedingte Inflation stark unter der aktuellen Rezession zu leiden haben. Die im Vergleich zu Deutschland höhere Bauaktivität, der höhere Nachholbedarf bei Sanierungen und Modernisierungen und die allgemeine Begeisterung für das Heimwerken bieten unseren Bau- und Gartenmärkten in Osteuropa auf lange Sicht gute Chancen auf Umsatz- und Ertragssteigerungen.

Überdies ist in einigen Ländern die Wettbewerbsintensität im Segment der großen Bau- und Heimwerkermärkte im Vergleich zu Deutschland oder Österreich deutlich geringer. Gerade Wettbewerber mit großflächigen Bau- und Gartenmärkten haben in den letzten Jahren dank ihrer attraktiven Sortimentsauswahl und Preisgestaltung ihre Marktanteile zu Lasten der einheimischen kleinen und mittelständischen Handelsunternehmen ausgebaut. Unsere erfolgreiche Geschäftsentwicklung in Europa rechtfertigt die weitere internationale Expansion und wird uns im Sinne der Risikodiversifizierung unabhängiger machen von den Marktbedingungen in Deutschland.

Strategische Chancen
Unser Ziel ist es, die Marktposition von HORNBACH im europäischen Do-it-yourself-Markt durch organisches Wachstum kontinuierlich auszubauen. Umsatz und Profitabilität sollen durch die Expansion eines international erfolgreichen Handelsformats nachhaltig gesteigert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die strategische Weiterentwicklung unseres Konzepts und der Ausbau unseres Filialnetzes an Standorten mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial im In- und Ausland. Dabei werden auch die Chancen berücksichtigt, die sich aus den Veränderungen der oben geschilderten wirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen ableiten lassen.

Die Unternehmensstrategie konzentriert sich auf den Projektgedanken. HORNBACH kann sich mit diesem Ansatz, der sich in der Sortiments-, Service- und Preispolitik widerspiegelt, zunehmend von seinen Wettbewerbern differenzieren. Die unverwechselbare Differenzierung ist notwendig, um den Konsolidierungsprozess insbesondere in Deutschland aktiv voranzutreiben. Die gute Finanzausstattung, das öffentliche Unternehmensrating und die Flexibilität bei der Refinanzierung über den Kapitalmarkt versetzen uns in die Lage, dass wir auch in Zukunft in die Differenzierung des HORNBACH-Formats erhebliche Mittel investieren können. Dieser Aspekt gewinnt vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise zusätzlich an Bedeutung. Überdies werden wir aufmerksam beobachten, welche unternehmensstrategischen Optionen sich aus dem weiteren Konzentrationsprozess der DIY-Branche in Deutschland und auf europäischer Ebene ergeben.

 

Unverrückbarer Bestandteil unserer konzernweit einheitlichen Strategie ist eine verlässliche Dauerniedrigpreispolitik. Wir glauben, dass wir Kunden auf lange Sicht besser an HORNBACH binden können, wenn wir diesen dauerhaft den besten Marktpreis bieten und garantieren. Gerade unsere Hauptzielgruppe der Projektkunden, die oft größere Renovierungsarbeiten durchführen, will langfristig kalkulieren. Mit zeitlich befristeten Rabattaktionen ist dies kaum möglich.

 

Baumarktkunden achten nicht nur auf wettbewerbsfähige Preise, sondern auch auf die Qualität der angebotenen Produkte und Beratungsleistungen. Wir haben mit der Fokussierung auf Qualität der Sortimente und professionelle Beratung bei allen Bau- und Heimwerkerprojekten die Kundennachfrage im Geschäftsjahr 2008/2009 deutlich erhöhen können. Bestätigt fühlen wir uns in unserem qualitätsorientierten Konzept durch eine von HORNBACH in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage. Demnach spielt für drei Viertel der befragten Kunden die Beratung durch kompetentes Personal und gute Warenqualität die entscheidende Rolle bei der Beurteilung eines Baumarkts.

 

Wir sehen uns mit Blick auf den immer bedeutsameren Modernisierungsmarkt und hier vor allem die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden erstklassig in der Branche positioniert. Auch in Zukunft werden wir komplexe Projekte wie die Fassadendämmung und den Austausch von Fenstern und Türen als Projektschau in den Märkten präsentieren. Die Projektschau ist ein innovatives Marketinginstrument zur Intensivierung der Projektidee. Unsere Kunden erhalten durch Vorführungen auf speziellen Event-Flächen der Märkte fachliche Beratung, Informationen und Anregungen, wie sie zu Hause in Eigenregie oder mit fachlicher Unterstützung Renovierungsprojekte oder Wohnträume in die Tat umsetzen können. Diese Aktivitäten werden mit Blick auf die gesamte Gebäudehülle weiter ausgebaut und von Leistungspaketen unseres Handwerkerservices flankiert. Erhebliche Umsatzimpulse können überdies die öffentlichen Förderprogramme für die energiesparende oder seniorengerechte Altbausanierung auslösen. Vor diesem Hintergrund bieten wir auf unserer Internetseite (www.hornbach.de) eine umfangreiche Datenbank an, in der nach Fördermittelprogrammen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene sowie von Energieversorgern recherchiert werden kann. Öffentlich gefördert werden Neubauvorhaben, Bestandssanierungen und Vorhaben im Bereich Denkmalschutz.

 

Vielversprechende Wachstumschancen sehen wir im Marktsegment des so genannten Buy-it-yourself (BIY) oder Do-it-for-me. Darunter versteht man jene Zielgruppe der Kunden, die nach Lösungen für ihre Heimwerkerprojekte suchen, die dazu gehörenden Sortimente zwar selbst einkaufen, die Arbeiten aber lieber einem Fachmann überlassen wollen. Wir sehen dieses Marktsegment auch im Zusammenhang mit der alternden Bevölkerung in Deutschland und anderen Teilen Europas. Um dieses Potenzial zu erschließen, haben wir unter anderem die Palette des Handwerkerservices erweitert. So können beispielsweise komplette Badrenovierungen oder die Montage von Türen, Garagentoren oder Markisen bequem über HORNBACH als Generalunternehmer abgewickelt werden, wobei die frist- und fachgerechte Ausführung der Gewerke zum Festpreis garantiert ist und die Gewährleistung übernommen wird.

 

Weiterhin bauen wir das Service-, Informations- und Beratungsangebot aus, um neue Kundengruppen für HORNBACH zu begeistern. Dazu zählen Heimwerkervorführungen in den Märkten, die zum Selbermachen animieren sollen, spezielle Frauenworkshops oder auch der gezielte Einsatz von Schritt-für-Schritt-Displays. Unterstützt werden diese Maßnahmen durch die fachliche Förderung des Marktpersonals mit dem Ziel, das Produkt-Know-how sowie die Beratungskompetenz und damit die Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. Zunehmend interessanter werden unsere großen Bau- und Gartenmärkte auch für professionelle Kunden. Großzügige Öffnungszeiten, die Bevorratung auch großer Mengen und die schnelle Abwicklung in unseren Drive-in-Märkten bzw. Baustoffzentren oder auch die unbürokratische Rücknahme von Restmengen machen HORNBACH zu einer attraktiven Alternative zu den traditionellen Bezugsquellen des Facheinzelhandels oder Großhandels.

 

Die Wahrnehmung von Chancen berühren nicht nur die Weiterentwicklung des Konzeptes oder die Erschließung von Marktsegmenten. Gleichzeitig richtet sich unser Augenmerk auf die Optimierung der Betriebsprozesse. Die Abläufe in der Marktorganisation, im Verkauf sowie die Verzahnung mit dem Einkauf und der Logistik werden ständig weiterentwickelt, was sich nachhaltig positiv auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Konzern auswirken soll.

 

Die Internationalisierung des Konzerneinkaufs wird weiter vorangetrieben. Von zentraler Bedeutung sind dabei ein breiter Zugang zu den globalen Beschaffungsmärkten sowie die strategische und langfristige Partnerschaft mit den Lieferanten und der Industrie. Von dieser Partnerschaft profitieren beide Seiten. Wir bieten jedem Lieferanten die Chance, jeden unserer Märkte so effizient wie möglich zu beliefern. Hier spielt unsere ausgeklügelte Logistik- Infrastruktur die zentrale Rolle. Es sind sowohl große logistische Direktbelieferungen an jedem Standort möglich als auch die indirekte Belieferung über unsere drei zentralen Umschlagsplätze, wo wir eine Vielzahl von Einzellieferungen über die Crossdocking-Funktion bündeln. So bieten wir auch regionalen Herstellern die Chance, mit HORNBACH über ihr bisheriges Vertriebsgebiet hinaus zu wachsen, das heißt in weiteren Ländern oder bei entsprechender Leistungsfähigkeit auch konzernweit Ware zu liefern. Da wir mit unserem Handelsformat auch zunehmend Profikunden an HORNBACH binden, können wir auf der Herstellerseite Spezialisten für uns gewinnen, die sonst nur den professionellen Fachhandel beliefert haben. Die flexible Verzahnung unserer Lieferanten mit der Unternehmenslogistik optimiert unsere Wertschöpfungskette und sichert uns einen signifikanten Wettbewerbsvorteil: Durch die Nähe unserer Lieferanten zu den Einkaufsorganisationen in den Ländern können wir die projektorientierte Produktauswahl bestmöglich auf die regionalen Anforderungen in den Ländern anpassen und über Größenvorteile Margenverbesserungen erzielen. Zusätzliche Ertragspotenziale heben wir durch die zunehmende partnerschaftliche Entwicklung von Eigenmarken, mit denen wir unseren Kunden ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und uns gleichzeitig vom Wettbewerb differenzieren.

 

Ausblick
Die mittelfristige Unternehmensplanung hat einen Planungshorizont von fünf Jahren und wird jährlich fortgeschrieben. Die Prognosebasis für die Geschäftsjahre 2009/2010 bis 2013/2014 ist durch erhebliche Unsicherheiten belastet, die sich seit Abschluss der strategischen Planung zum Jahresende 2008 durch erhöhte konjunkturelle Abwärtsrisiken noch verstärkt haben. Die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise auf die Absatz-, Beschaffungs- und Refinanzierungsmärkte in den Ländern, in denen HORNBACH operativ tätig ist, sind schwer vorhersehbar. Der Aussagewert der Prognosen ist stark eingeschränkt, weil es für zentrale Zusammenhänge der Finanzkrise und die Erfolgsaussichten der gegensteuernden staatlichen Hilfsprogramme keine historischen Erfahrungswerte gibt. Insbesondere schwierig einzuschätzen ist, ob, wann und in welchem Ausmaß ein gegebenenfalls drastischer Beschäftigungsabbau auf die Konsumnachfrage durchschlägt. Wir begegnen diesen Unsicherheiten mit einer im Vergleich zur Vergangenheit defensiveren mittelfristigen Unternehmensplanung. Oberstes Ziel ist dabei die Flexibilität in der Unternehmenssteuerung sowie die Sicherung der Liquidität und Ertragskraft im Gesamtkonzern der HORNBACH HOLDING AG.

Expansion
Während wir in der Vergangenheit in der Fünf-Jahres-Planung von durchschnittlich sieben Markteröffnungen pro Jahr ausgegangen sind, werden wir das Expansionstempo in den Geschäftsjahren 2009/2010 bis 2011/2012 zu Gunsten eines höheren Liquiditätspolsters zurückfahren und die Investitionsplanung „auf Sicht“ steuern. Das heißt, bei einer unter unseren Erwartungen liegenden Geschäftsentwicklung haben wir die Möglichkeit, auch kurzfristig Investitionen zu kürzen bzw. zu verschieben. Bei einem im Rahmen unserer Erwartung liegenden Geschäftsverlauf wollen wir aber auch finanzielle Spielräume für Investitionen in die Zukunft nutzen. Dies schließt neben Neueröffnungen auch Markterweiterungen sowie den Erwerb von Vorratsgrundstücken mit ein, deren Angebot und Kaufpreise bedingt durch die Finanzkrise teilweise attraktiver sein können als in der Vergangenheit.

Erst zum Ende des Planungszeitraumes, das bedeutet in den Geschäftsjahren 2012/2013 und 2013/2014, gehen wir von einer Normalisierung der makroökonomischen Rahmenbedingungen aus und planen wieder mit einer Schlagzahl von durchschnittlich sieben Neueröffnungen pro Jahr. Je nach Fortschritt in der Baugenehmigungs- und Bauplanungsphase kann es Verschiebungen zwischen den Jahren geben. Die Mehrheit der Neueröffnungen soll außerhalb Deutschlands realisiert werden. Der Teilkonzern HORNBACH Immobilien AG wird im Rahmen der geplanten Expansion im In- und Ausland weiterhin einen wesentlichen Beitrag zur Immobilienentwicklung leisten.

Im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 sollen zwei neue HORNBACH Bau- und Gartenmärkte eröffnet werden. Beide Standorte liegen im Ausland: Neben der bereits im März 2009 eröffneten Filiale in Brasov, unserem dritten Standort in Rumänien, ist die fünfte Markteröffnung in der Schweiz geplant; der Bau- und Gartenmarkt in Galgenen (Kanton Schwyz) wird voraussichtlich zum Jahresende 2009 mit dem Verkauf beginnen. Im Geschäftsjahr 2010/2011 plant HORNBACH – sofern die Umsatz- und Ergebniserwartungen erfüllt werden und die Finanzierungsbedingungen dies zulassen – bis zu fünf Neueröffnungen außerhalb Deutschlands. Im gleichen Jahr wird voraussichtlich eine bestehende Filiale geschlossen, die im Folgejahr durch den Neubau eines modernen großflächigen Bau- und Gartenmarktes ersetzt werden soll. Insgesamt soll sich die Anzahl der HORNBACH Bau- und Gartenmärkte bis 28. Februar 2011 aufgrund der Expansionsplanung für das laufende und kommende Geschäftsjahr konzernweit auf bis zu 136 (28. Februar 2009: 129) erhöhen.

Im Teilkonzern HORNBACH Baustoff Union GmbH sind keine Veränderungen im Standortnetz geplant.

Investitionen
Unter der Annahme, dass die Umsatz- und Ertragsentwicklung den erwarteten Verlauf nimmt, wird das geplante Bruttoinvestitionsvolumen im Konzern der HORNBACH HOLDING AG in den Geschäftsjahren 2009/2010 sowie 2010/2011 voraussichtlich über dem Niveau von 2008/2009 (131 Mio. €) liegen. Der überwiegende Teil der Mittel wird in den Bau neuer Märkte, Geschäftsausstattung neuer und bestehender Filialen sowie den Kauf von Grundstücken fließen. Die Investitionen sollen im Wesentlichen durch Verwendung des frei verfügbaren operativen Cashflows, Hypothekendarlehen sowie durch Mittelfreisetzung aus Sale & Leaseback-Transaktionen finanziert werden.

Umsatzentwicklung
Die Umsatzentwicklung der HORNBACH-Gruppe wird ganz wesentlich von der Dynamik des Teilkonzerns HORNBACH-Baumarkt- AG geprägt. Der Projektion für das laufende und kommende Geschäftsjahr haben wir die Erwartung zugrundegelegt, dass sich wegen des Krisenszenarios die Umsatzdynamik in den europäischen Ländern, in denen wir HORNBACH-Filialen betreiben, im Vergleich zu den durchschnittlichen Wachstumsraten der Vergangenheit abschwächen wird. Auch wird das bewusst gedrosselte Expansionstempo den Anstieg des Konzernumsatzes bremsen.

Unter Berücksichtigung der geschilderten Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir jedoch im Teilkonzern HORNBACH-Baumarkt-AG weiterhin Umsatzsteigerungen im zweijährigen Prognosezeitraum sowohl in Deutschland als auch im übrigen Europa als realistisch an.

In Deutschland rechnen wir aufgrund des bislang noch robusten Konsumklimas und wegen der Abfederungsmaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt (Stichwort: Kurzarbeit und soziale Sicherungssysteme) im laufenden Geschäftsjahr mit einer insgesamt geringeren Volatilität in der Umsatzentwicklung als im Ausland. Sollten die gesamtwirtschaftlichen Auftriebskräfte in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder die Oberhand gewinnen, gehen wir von weiteren Umsatzsteigerungen auch auf vergleichbarer Verkaufsfläche aus. Sollte die Rezession jedoch bis weit ins Jahr 2010 hineinreichen und das Konsumklima stärker als erwartet beeinträchtigen, wären flächenbereinigte Umsatzrückgänge nicht auszuschließen. Wir sind aufgrund unserer starken Marktposition zuversichtlich, dass unsere Umsatzentwicklung – unabhängig vom zugrunde gelegten Szenario – die durchschnittlichen Wachstumsraten der Branche auch in Zukunft übertreffen wird und wir dadurch unseren Marktanteil in Deutschland stetig erhöhen werden.

 

Im übrigen Europa wollen wir die Umsätze von Jahr zu Jahr steigern und den Umsatzanteil unserer internationalen Aktivitäten im Teilkonzern der HORNBACH-Baumarkt-AG (2008/2009: 41 %) kontinuierlich erhöhen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehen wir die Umsatzentwicklung im übrigen Europa größeren Schwankungsrisiken ausgesetzt als in Deutschland. Betroffen sind davon im Wesentlichen diejenigen Länder, die vom drastischen Produktionsrückgang in der gobalen Automobilindustrie besonders hart getroffen sind. Darunter fallen beispielsweise Schweden, die Slowakei oder die Tschechische Republik. Dort ist zu erwarten, dass die Wirtschaftskrise den Arbeitsmarkt früher und in größerem Ausmaß erfasst als in Deutschland. In einigen Nicht-Euro-Ländern, darunter auch Rumänien, hat sich die Einkommenssituation der Haushalte überdies durch Preiserhöhungen verschlechtert, die durch die deutliche Abwertung der Landeswährung gegenüber dem Euro hervorgerufen wurden. Dank der Risikostreuung in unserem europäischen Filialnetz sind wir in der Lage, Umsatzeinbußen in bestimmten Regionen durch überdurchschnittliche Umsatzzuwächse in anderen Regionen zumindest teilweise zu kompensieren. Auch international muss für den Fall eines Abgleitens in eine noch ausgeprägtere Rezession mit einem flächenbereinigten Umsatzminus gerechnet werden.

 

Wir rechnen damit, dass der Nettoumsatz im Teilkonzern HORNBACH-Baumarkt-AG einschließlich Neueröffnungen im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen und im Geschäftsjahr 2010/2011 über diesem Wert liegen wird.

 

Auch die Umsätze des Teilkonzerns HORNBACH Baustoff Union GmbH sollen sich weiterhin besser als die Branche entwickeln sowie in den Geschäftsjahren 2009/2010 und 2010/2011 jeweils über dem Niveau des Vorjahres liegen.

 

Auf Ebene des Gesamtkonzerns HORNBACH HOLDING AG gehen wir ebenfalls davon aus, dass der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2009/2010 im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich zunimmt und wir dieses Niveau im Folgejahr 2010/2011 weiter steigern werden.

 

Ertragsentwicklung
Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Unwägbarkeiten ist es nicht möglich, eine konkrete Ergebnisprognose für das laufende und das nächste Geschäftsjahr zu formulieren. Stattdessen geben wir zum Abschluss dieses Berichts für die Geschäftssegmente „Baumärkte“, „Baufachhandel“ und „Immobilien“ Indikationen, die Grundlage für die weitere Ertragsentwicklung im Gesamtkonzern sind.

 

Im Segment Baumärkte wird die operative Ergebnisentwicklung entscheidend von der noch nicht absehbaren Veränderungsrate der flächenbereinigten Umsätze abhängen. Nach unseren Erwartungen sollte die Handelsspanne im zweijährigen Prognosezeitraum stabil bleiben. Dabei gehen wir davon aus, dass mögliche Risiken durch eine Verschärfung des Preiswettbewerbs auf der einen Seite durch die Chance konjunktur- und rohstoffbedingter Preisrückgänge an den Beschaffungsmärkten sowie durch Veränderungen im Sortimentsmix auf der anderen Seite ausgeglichen werden können. Den Risiken einer konjunkturbedingten Umsatzabschwächung wollen wir mit Produktivitätsfortschritten im Betrieb unserer Märkte sowie in den administrativen Prozessen begegnen, das heißt die Filial- und Verwaltungskosten im Verhältnis zum Nettoumsatz senken.

 

Die Voreröffnungskosten in Relation zum Umsatz werden im Geschäftsjahr 2009/2010 aufgrund der im Vorjahresvergleich geringeren Anzahl an Neueröffnungen zurückgehen und im Folgejahr 2010/2011 aller Voraussicht nach wieder zunehmen.

 

Im Segment Baufachhandel sollen die Filialkosten sowie die Kosten der Verwaltung aufgrund von verbesserten Betriebsabläufen und Kosteneinsparungen degressiv zum Umsatz steigen.

 

 

Das Segment Immobilien umfasst die von den Gesellschaften des HORNBACH-Baumarkt-AG Teilkonzerns sowie der HORNBACH Immobilien AG gehaltenen Einzelhandelsimmobilien, die konzernintern zu marktüblichen Konditionen an die jeweiligen Bau- und Gartenmärkte vermietet sind bzw. weiterverrechnet werden. Ferner werden im Segment Immobilien auch Gewinne und Verluste aus dem operativen Grundstücksentwicklungsgeschäft des Teilkonzerns HORNBACH Immobilien AG sowie Gewinne und Verluste aus Sale & Leaseback-Transaktionen ausgewiesen.

 

Auf Ebene des HORNBACH-Baumarkt-AG Teilkonzerns rechnen wir 2009/2010 im Segment Immobilien mit erheblich niedrigeren Ergebnisbeiträgen. Während im Geschäftsjahr 2008/2009 Veräußerungsgewinne aus Immobilientransaktionen in Höhe von rund 37 Mio. € erzielt wurden, sind im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 keine bedeutenden Veräußerungsgewinne geplant. Aus der Restabwicklung des im Vorjahr lancierten Paketverkaufs von insgesamt fünf Baumarktimmobilien stehen noch zwei Sale & Leaseback-Transaktionen aus. Wir rechnen bei erfolgreichem Abschluss im laufenden Geschäftsjahr mit Veräußerungsgewinnen in Höhe von rund 1 Mio. €. Der geplante Mittelzufluss von rund 52 Mio. € soll überwiegend in den Bau neuer, im Eigentum des HORNBACH-Baumarkt-AG Teilkonzerns befindlicher Märkte reinvestiert werden.

 

Auch auf Ebene des Teilkonzerns HORNBACH Immobilien AG sind im Geschäftsjahr 2009/2010 keine bedeutenden Veräußerungsgewinne aus Immobilientransaktionen geplant. Demgegenüber verbuchten wir 2008/2009 Veräußerungsgewinne in Summe von rund 13 Mio. € aus einer erfolgreichen Grundstücksentwicklung in Österreich und dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke.

 

Das Betriebsergebnis (EBIT) im Gesamtkonzern der HORNBACH HOLDING AG wird im laufenden Geschäftsjahr (2009/2010) im Wesentlichen bedingt durch den signifikant niedrigeren Ergebnisbeitrag im Segment Immobilien auf einen positiven Wert deutlich unter dem Niveau des Geschäftsjahres 2008/2009 zurückgehen. Im Geschäftsjahr 2010/2011 ist geplant, das Niveau des Vorjahres zu übertreffen.

Die Herausforderungen für die künftige Entwicklung der HORNBACH-Gruppe waren seit dem Börsengang im Jahr 1987 noch nie so groß wie in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. Mit den gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten wächst auch der Anspruch, den wir selbst an die kontinuierliche Verbesserung unseres Geschäftsmodells stellen. Um die Ertragskraft im Gesamtkonzern nachhaltig zu stärken, wollen wir mit noch größerer Konzentration als in den vergangenen Jahren den Wareneinsatz optimieren und unsere Betriebsprozesse im Filialbetrieb, in der Logistik und in den Verwaltungen so kosteneffizient und kundenorientiert wie möglich organisieren. Dabei werden wir unter anderem von den Strukturvorteilen unserer Bau- und Gartenmärkte, der europaweit einheitlichen Systemlandschaft, und den Wettbewerbsvorteilen unserer internationalen Einkaufsorganisation profitieren.