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KONZERNLAGEBERICHT

 

Finanzlage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements
Finanzierungsmaßnahmen werden durch das zentrale Konzerntreasury der HORNBACH-Baumarkt-AG getroffen. Dies umfasst auch die Gewährung von Finanzierungshilfen in Form von Garantien und Patronatserklärungen für Tochtergesellschaften des Teilkonzerns HORNBACH-Baumarkt-AG. Verpflichtungserklärungen für Gesellschaften außerhalb des HORNBACH-Baumarkt-AG Teilkonzerns werden entweder durch die HORNBACH HOLDING AG oder die HORNBACH Immobilien AG gestellt. Durch die zentrale Organisation des Finanzmanagements sind ein einheitlicher Auftritt der HORNBACH-Gruppe an den Finanzmärkten und ein konzerneinheitliches Liquiditätsmanagement gewährleistet.

Die für ein effizientes Liquiditätsmanagement erforderlichen Informationen werden durch eine alle relevanten Gesellschaften berücksichtigende, monatlich aktualisierte, rollierende Konzernfinanzplanung mit einem Planungshorizont von zwölf Monaten sowie einer täglich aktualisierten kurzfristigen Finanzvorschau sichergestellt. Auf Basis der zur Verfügung stehenden Informationen wird zunächst der Finanzierungsbedarf einzelner Konzerneinheiten durch Liquiditätsüberschüsse anderer Konzerngesellschaften in Form eines Cash Poolings ausgeglichen und auf Basis konzerninterner Darlehensverträge marktgerecht verzinst.

Der externe Finanzierungsbedarf wird durch Kreditaufnahmen bei Banken und am Kapitalmarkt gedeckt. Weiterhin werden Baumarktimmobilien nach ihrer Fertigstellung an Investoren verkauft und die Nutzung durch Mietverträge sichergestellt („Sale & Leaseback“). Hierbei wird die Klassifizierung als „Operating Lease“ gemäß IAS 17 angestrebt.

Finanzschulden
Zum Bilanzstichtag 28. Februar 2009 bestehen im Konzern Netto-Finanzschulden in Höhe von 499,4 Mio. € (Vj. 583,6 Mio. €). Diese setzen sich wie folgt zusammen:

 

Nachhaltig verbesserte Kapitalausstattung
Mit dem Mittelzufluss aus der im November 2004 mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Zinscoupon von 6,125 % von der HORNBACH-Baumarkt-AG begebenen Anleihe in Höhe von 250 Mio. € wurden die kurzfristigen Finanzierungen des Teilkonzerns HORNBACH-Baumarkt-AG zurückgeführt und darüber hinaus Liquidität für weiteres Unternehmenswachstum geschaffen.

Die kurzfristigen Finanzschulden (bis 1 Jahr) in Höhe von 153,3 Mio. € setzen sich aus kurzfristigen Finanzierungen der Teilkonzerne HORNBACH-Baumarkt-AG (7,0 Mio. €), HORNBACH Immobilien AG (46,0 Mio. €) und HORNBACH Baustoff Union GmbH (40,2 Mio. €), Zinsverbindlichkeiten (8,3 Mio. €), Wechselverbindlichkeiten (0,6 Mio. €), Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten (5,4 Mio. €) sowie aus dem kurzfristig fälligen Anteil langfristiger Finanzierungen (45,8 Mio. €) zusammen.

Positiv auf die Konzernfinanzierung wirken sich strukturelle Veränderungen bei den zugesagten Kreditlinien aus. So wurden bereits im Geschäftsjahr 2006/2007 diverse bilaterale Kreditlinien der HORNBACH-Baumarkt-AG zu einer syndizierten Kreditlinie in Höhe von 200,0 Mio. € und einer Laufzeit von fünf Jahren, mit zweimaliger Verlängerungsoption für jeweils ein weiteres Jahr, zusammengefasst. Nach der bereits im Geschäftsjahr 2007/2008 erfolgten einstimmigen Zustimmung für die erste Verlängerungsoption wurde im Geschäftsjahr 2008/2009 auch die zweite Prolongationsmöglichkeit von allen beteiligten Banken wahrgenommen. Das aktuelle Endfälligkeitsdatum der Kreditlinie ist der 26. Juni 2013. Die einzuhaltenden Verpflichtungen (Covenants), wie zum Beispiel EBITDA zu Zinsaufwand, entsprechen im Wesentlichen den Verpflichtungen aus der 2004 begebenen Anleihe und wurden stets eingehalten.

Zum Bilanzstichtag 28. Februar 2009 verfügt der Gesamtkonzern HORNBACH HOLDING AG, inklusive der oben genannten syndizierten Kreditlinie, über 429,1 Mio. € (Vj. 466,0 Mio. €) freie Kreditlinien zu marktüblichen Konditionen. Zwecks Gewährleistung einer möglichst umfangreichen Flexibilität verfügen alle wesentlichen Konzerngesellschaften über Kreditlinien in lokaler Währung, in der Regel bei lokalen Banken.

Der Finanzmittelbestand beträgt zum Bilanzstichtag 275,2 Mio. € (Vj. 196,0 Mio. €). Die Liquiditätsdisposition erfolgt, wie in der Vergangenheit, in Form von Festgeldern am Geldmarkt mit einem Anlagehorizont von maximal drei Monaten. Nach Zusammenbruch des Finanzinstituts Lehman Brothers wurden zudem Anlagehöchstgrenzen je Bank definiert, um durch eine breitere Streuung der flüssigen Mittel die Sicherheit zu erhöhen.

Im Rahmen des internen Risikomanagements werden monatlich Zinsdeckungsgrad, dynamischer Verschuldungsgrad, Eigenkapitalquote sowie Unternehmensliquidität (flüssige Mittel plus freie bestätigte Kreditlinien) überwacht. Quartalsweise werden weitere Kennzahlen berechnet. Bei Unterschreitung bestimmter Sollgrößen werden frühzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen.

Finanzkennzahlen HORNBACH HOLDING AG Konzern

 

Für die Kreditlinien sowie für die Anleihe werden keine Sicherheiten in Form von Vermögenswerten gestellt.

Als Sicherheit für Hypothekendarlehen bestehen zum 28. Februar 2009 Grundschulden in Höhe von 517,6 Mio. € (Vj. 517,3 Mio. €). Die Valutierung der grundbuchlich besicherten Finanzierungen beträgt zum Bilanzstichtag 340,7 Mio. € (Vj. 375,5 Mio. €).

Externe Finanzierungen erfolgen seit Begebung der Anleihe im Teilkonzern HORNBACH-Baumarkt-AG ausschließlich in Form nicht besicherter Kredite sowie durch Immobilienverkäufe (Sale & Leaseback), beim Teilkonzern HORNBACH Immobilien AG zusätzlich auch durch besicherte Hypothekendarlehen.

Gemäß den internen Risikogrundsätzen werden derivative Finanzinstrumente ausschließlich zu Sicherungszwecken gehalten. Im Anhang sind in den Erläuterungen zur Konzern- Bilanz die Nominalwerte sowie die Bewertungen der bestehenden derivativen Finanzinstrumente dargestellt.

Investitionen in Höhe von 131,4 Mio. €
Im Geschäftsjahr 2008/2009 wurden im Konzern der HORNBACH HOLDING AG insgesamt 131,4 Mio. € (Vj. 202,1 Mio. €) überwiegend in Grundstücke, Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung für bestehende sowie neue im Bau befindliche Bau- und Gartenmärkte investiert. Die Mittel für die zahlungswirksamen Investitionen in Höhe von 129,8 Mio. € (Vj. 200,8 Mio. €) konnten vollständig aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 144,3 Mio. € gewonnen werden.

Im Rückgang der Investitionen spiegelt sich wider, dass im Vorjahr fünf Bau- und Gartenmärkte eröffnet wurden, im Geschäftsjahr 2008/2009 hingegen vier.

Für neue Immobilien einschließlich im Bau befindlicher Objekte wurden rund 67 % der Investitionssumme ausgegeben. Rund 33 % der Investitionssumme wurden im Wesentlichen für Ersatz und Erweiterung der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie immaterielle Vermögenswerte (vorwiegend EDVSoftware) aufgebracht.

Die bedeutendsten Investitionsprojekte betrafen die im Geschäftsjahr 2008/2009 eröffneten Bau- und Gartenmärkte in Bukarest (Rumänien), Stockholm (Schweden), Biel (Schweiz) und Hamburg, die Erweiterung des Marktes in Wuppertal, Investitionen in den Bereich Baustoffhandel sowie den Erwerb von Grundstücken für die weitere Expansion.

Der Markt in Luxemburg sowie die Märkte in Kerkrade und Zaandam (beide Niederlande) wurden im Berichtszeitraum an eine Immobiliengesellschaft veräußert und langfristig zurückgemietet. Die Sale & Leaseback-Transaktionen dienten, wie in der Vergangenheit, der Mittelfreisetzung zur Finanzierung des weiteren Wachstums. Die Nutzungsrechte wurden langfristig gesichert. Weiterhin sind in der Regel Mietverlängerungs- und Kaufoptionen vereinbart.

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit verbesserte sich im Geschäftsjahr 2008/2009 gegenüber dem Vorjahr, im Wesentlichen aufgrund flächenbereinigter Umsatzzuwächse im In- und Ausland in Verbindung mit einer leicht gestiegenen Handelsspanne, von 90,1 Mio. € auf 144,3 Mio. €. Neben dem gegenüber dem Vorjahr um 54,6 Mio. € gestiegenen Jahresüberschuss ist diese Entwicklung auf den gesunkenen Finanzierungsbedarf des Net Working Capitals (Veränderungen der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Aktiva plus Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger Passiva) zurückzuführen. Während im Vorjahr durch den Aufbau von Vorratsvermögen rund 36 Mio. € an flüssigen Mitteln benötigt wurden, konnte im Berichtsjahr der expansionsbedingte Anstieg des Vorratsvermögens teilweise durch die Ausweitung der kurzfristigen Verbindlichkeiten finanziert werden.

Kapitalflussrechnung

Der Zahlungsmittelabfluss aus der Investitionstätigkeit verringerte sich von 154,4 Mio. € auf 46,9 Mio. €. Dabei standen den um 71 Mio. € auf 129,8 Mio. € gesunkenen Investitionen höhere Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens sowie aus zur Veräußerung vorgesehenen langfristigen Vermögenswerten in Höhe von insgesamt 82,9 Mio. € (Vj. 46,4 Mio. €) gegenüber. Im Vorjahr war nur ein Bau- und Gartenmakt im Rahmen einer Sale & Leaseback-Transaktion veräußert worden, im Geschäftsjahr 2008/2009 hingegen gab es drei Transaktionen. Außerdem erfolgte der Verkauf von drei österreichischen Immobiliengesellschaften sowie sonstiger nicht betriebsnotwendiger Grundstücke.

Der Zahlungsmittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2008/2009 aufgrund der planmäßigen Tilgung bestehender Finanzkredite 17,1 Mio. € nach einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 2,9 Mio. € im Vorjahr. Dabei stand der Tilgung von langfristigen Finanzschulden in Höhe von 59,9 Mio. € Neuaufnahmen von langfristigen Krediten in Höhe von 25,2 Mio. € und kurzfristigen Krediten in Höhe von 28,2 Mio. € gegenüber. Die Finanzschulden wurden von 779,6 Mio. € im Vorjahr auf 774,6 Mio. € abgebaut.

Rating
Seit 2004 wird die Bonität des HORNBACH-Baumarkt-AG Konzerns von den international führenden Ratingagenturen Moody’s Investors Service und Standard & Poor’s wie folgt bewertet:

Moody’s: Ba2
Standard & Poor’s: BB

 

Beide Ratings mit stabilen Ausblicken wurden in den jüngsten Publikationen von Standard & Poor’s und Moody’s unverändert bestätigt.